Tankstellen und andere Retter
17 Januar, 2009
Ich wünsche allen ein glückliches Neues Jahr!!! (ich weiß etwas verspätet, ich hatte eine kurzfristige aber intensive Schreibhemmung)
Vielen Dank für all die Weihnachts- und Neujahrspost und -emails die mich erreicht haben. Seit vorletzten Donnerstag bin ich nun wieder allein in Brisbane und Helen ist am vorletzten Freitag in Stuttgart wohlbehalten angekommen, nachdem sie einen kleinen Zwischenstopp in Seoul eingelegt hatte. Ich versuche nun nach 3 Wochen Weihnachtsferien wieder in die Arbeit rein zu finden.

Sommer - Sonne - Sonnenschein
Unser Trip entlang der Ostküste war wunderschön und sehr erlebnisreich. Leider ist die Zeit, die ich mit Helen hatte, viel zu schnell vorbeigestrichen. Wir haben viel gesehen und erlebt. Ein paar Eindrücke versuche ich nun mal zu Papier zu bringen:

Unsere Route
Unser 3600 km langer Trip führte uns zunächst nach Norden. Mit dem Wicked, der brav alles mitgemacht hat, haben wir die Freiheit genossen, quasi überall schlafen zu können. So haben wir von Campingplätzen über Autobahnparkplätze bis hin zum Wildcampen direkt am Meer oder in den Bergen alles einmal ausprobiert.
Auf unserer ToDo-Liste standen Paragliden, 4WD-Fahren, Wandern, Regenwälder, die Blue Mountains, Silvester in Sydney, Strand und Wellenreiten, Shoppen, Chillen… Um die ersten beiden Punkte abzuhaken, sind wir nach Rainbow Beach gefahren. Leider hat uns die Windrichtung einen Strich durchs Fliegen gemacht. Dafür haben wir einen unvergessliche Tour über das Weltnaturerbe Fraser Island gemacht. Diese ist die größte Sandinsel der Welt und für jeden, der die Ostküste Australiens besucht, ein Muss. Um darauf fahren zu können, braucht man allerdings ein allradgetriebens Vehikel. Um unsere Freiheit nicht aufgeben zu müssen, haben wir uns entschieden, nicht mit einer Tour sondern auf eigene Faust die Insel zu erkunden. Also haben wir unseren Wicked gegen einen Toyota Pickup eingetauscht und haben mit einer Fähre auf die Insel übergesetzt.
Auf Fraser gibt es zwei unterschiedliche Arten von “Straßen”. Die eine ist der ’75 Meilen’ Strand, den man auch als Highway der Insel bezeichnen kann (Durchschnittsgeschwindigkeit 80-90 kmh). Die andere Art sind die Inlandrouten, bei denen sich die Reisegeschwindigkeit drastisch verringert, jedoch der Fahrspaß deutlich erhöht. Ich hätte nicht gedacht, dass man sowas einem Auto zumuten kann. Wenn man an einer Stelle nicht mehr weiter kommt oder stecken beleibt, muss man den Rückwärtsgang einlegen und in aller Regel mit mehr Schwung durch die Passage.

meins...
Ich könnte über Fraser noch einige Blog-Einträge schreiben, versuche mich aber nun kurz zu halten. Also, nach der Überfahrt sind wir den 75 Mile Beach entlanggefahren. Dabei muss man sich immer im Klaren sein, wie es mit den Gezeiten ausschaut, da manche Flussmündungen und Nadelöhre bei Flut nicht passiert werden können. Man muss also seine Route vorher gut planen. Nachdem wir die Sehenswürdigkeiten, wie das Schiffswrack oder den Eli Creek, besucht hatten, haben wir am Abend direkt am Strand unser Zelt aufgebaut. Nach dem wir den Sonnenaufgang angeschaut und am Meer gefrühstückt hatten, ist unser Auto dann nicht mehr angesprungen. Da es noch sehr früh war und keine Autos unterwegs haben wir uns dann auf eine 3-stündige Wanderung begeben, an deren Ziel ein See liegt, in den eine große Düne mündet. Das schöne war, dass wir den ganz für uns alleine hatten. Zurück am Auto hat Helen dann des erste Auto angehalten und um Starthilfe gebeten.

Sonnenaufgang - unser Blick vom Zelt
Die hilfsbereiten Australier habe dann ihrem Ruf auch alle Ehre gemacht und keine 5 Minuten später waren wir wieder auf Achse. Am zweiten Tag haben wir uns dann ins Inland begeben. Das Highlight neben der Route die durch den einzigen auf Sand wachsenden Regenwald führt, sind die Seen. Wir haben am Lake Birrabeen angehalten und gebadet. Dieser See ist von weißem feinen Sand umgeben, das Wasser ist glasklar und es sind sehr wenige Menschen anzutreffen. Würde man das Paradies beschreiben, dann könnte man sich hier inspirieren lassen. Schlussendlich sind wir dann wohlbehalten an der Autovermietung angekommen und haben unserem Wicked wieder Leben eingehaucht.

Planschen im Lake Birrabeen
Mittlerweile war übrigens der 24.Dezember. Nachdem wir uns an einer Stranddusche kiloweise von Sand befreit hatten sind wir in einem exzellenten Restaurant Essen gegangen. Dabei haben wir einen wunderschönen Blick über das Meer und Fraser Island genossen. Ich muss generell sagen, dass die Kontraste auf unserer Reise sehr groß waren und dadurch viele Momente auch so eindrücklich. Nach einem wirklich sehr guten Essen, leider haben wir keine Kirche gefunden, hat uns dann in Rainbow Beach nichts mehr gehalten und wir sind wieder nach Süden gefahren. Somit haben wir Weihnachten im Auto verbracht. Dabei haben wir uns die Weihnachtsgeschichte erzählt, über Gott und die Welt diskutiert und bei Weihnachtsmusik leicht melancholisch über das Leben nachgedacht. Das war ein wirklich sehr anderes Weihnachten als sonst. Übernachtet haben wir dann irgendwo, weil wir vor Müdigkeit keinen Meter mehr weiter kamen.
Für den Australier ist eigentlich erst so richtig am Christmas Day Weihnachten. Der wird dann, zumindest an der Küste, mit einem Picknick am Meer mit BBQ, Surfbrett und Weihnachtsmütze begangen. Als wir am nächsten Morgen in Colongatta ankamen, waren schon jede Menge Surfer im Wasser.

Christmas Day
Wir haben bei einem ausgiebigen Frühstückspicknick dem Treiben zugeschaut und im Anschluss den zweiten Teil des Christmas Days in Byron Bay am Strand verbracht. Byron Bay ist der Surfer-Ort der Ostküste schlechthin.
Unser Versuch im Hinterland etwas zu fliegen ist leider nur mit einem kurzen Flug belohnt worden, da eine Wolke direkt über dem Flugberg alle Thermik zunichte gemacht hat. Ringsum war es gut. Dabei waren wir in Manilla, wo 2007 die Weltmeisterschaft im Paragliden ausgetragen wurde.
Auf dem Weg dort hin, wären wir beinahe liegen geblieben. Wir hatten die Dichte der 24h-Tankstellen unterhalb von Byron Bay etwas falsch eingeschätzt und unser Wicked konnte mit einer Tankfüllung gerade mal so 400 km fahren. Als dann schließlich die Warnlampe anging haben wir die Reisegeschwindigkeit auf 60 kmh gedrosselt und gehofft, dass es noch irgendwie zur nächsten Tanke langt. Auf dem letzten Tropfen sind wir dann in eine rettende Tankstelle eingerollt wo wir in unseren 45-Liter-Tank 45,1 Liter getankt haben.
Vor Sydney waren wir zuerst an der Nelson Bay und dann einen Tag in den Blue Mountains. Dabei handelt es sich um bewaldete Canyons. Um den Touristen zu entkommen, haben wir eine Wanderung gemacht. Und tatsächlich hat man die atemberaubende Szenerie fast für sich alleine, sobald man sich ein bisschen von den mit dem Auto erreichbaren Ausblicken entfernt.
Unser südlichstes Ziel war dann Sydney, wo wir ins neue Jahr rein gefeiert haben. In Australien kann man kein privates Feuerwerk kaufen, aber dafür hat jede größere Stadt ein professionelles Feuerwerk. Keine Frage, Sydney hat natürlich das schönste und größte. Zudem wird die Harbour Bridge mit ins Feuerwerk einbezogen. Um das ganze aber sehen zu können, muss man sich schon etwas anstrengen. Die besten Plätze zum Feuerwerkgucken sind, ähnlich wie das ‘Public Viewing’ beim Fußball abgesperrt und man muss durch eine Kontrolle, da BYO (Bring Your Own (Alcohol)) verboten ist.

New Years Eve - Stefan Philippe Helen und ich
Alleine unser Gebiet im Botanischen Garten mit Blick auf die Harbour Bridge und Oper war für 20,000 Menschen. Und alle standen in einer kilometerlangen Schlange an, um in das Gebiet reinzukommen. Wir waren unter den ersten 6000. Und wir hatten sogar eigenen Alkohol dabei. Aber das ist ‘ne andere Geschichte. Da wir dann schon um 15 Uhr in Park waren, haben wir uns die Zeit mit Chillen, Spielen und Picknick vertrieben. Ich muss noch dazu sagen, dass wir zwei meiner deutschen Kollegen aus der Uni getroffen haben und zusammen mit denen im Silvester gefeiert haben.
So sind wir also mit vielen anderen Menschen und einem Feuerwerk um 21 Uhr und einem um 0 Uhr ins neue Jahr gerutscht.
Nach zwei weiteren Tagen hieß es dann für uns wieder auf nach Norden. Auf dem Weg nach Brisbane haben wir noch zwei sehr schöne Nationalparks mit Regenwäldern mitgenommen. Unteranderem haben wir auch eine Nachtwanderung zu einer Höhle gemacht, in der ganz viele Glühwürmchen an der Decke hängen. War aber sehr gruselig, so ganz allein im Regenwald.
Nach dem wir den Wicked dann blutenden Herzens abgegeben hatten, blieben uns zwei nur noch drei Tage, in denen wir unter anderem nochmal Bodyboarden waren.
Sodele, jetzt mach ich dann aber mal Schluss, bevor auch der letzte beim Lesen einschläft.











Hallo Benjamin
Melde dich doch mal – oder hat dich “down under” total verschluckt. Wüsste ja schon gerne, wie es dir so geht?? Wie war dein Geburtstag – haben eine Kleinigkeit auf deinem Konto “zurückgelassen” also überwiesen.
Heute kam die Hochzeitseinladung von Markus und Sandra….Kannst du auch überlegen, was wir als Geschwister da so anstellen bzw. vortragen könnten. Und bei den Eltern – also in der Woche in Österreich könnten wir ja auch etwas machen. Nur was?? Vielleicht gibt es ja in Australia irgenwelche lustige Hochzeitstraditionen?
Liebe Grüsse
Beate und family